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Wohnen im Quadrat
Dass die meisten Architekten als Charakteristik einen besonders hohen Grad an Kreativität aufweisen, ist schon lange kein Geheimnis mehr – dass viele Häuser mittlerweile einem Kunstwerk ähneln, auch nicht. Was Studenten der Technischen Universität in München vor ein paar Jahren erfunden haben, ist allerdings neu. Wohnen auf 6 Quadratmeter heißt die Zauberformel, die innerhalb kürzester Zeit für Aufsehen gesorgt hat, da diese Idee so verrückt, wie individuell ist. Duschen, schlafen und kochen im Quadrat. Ob das funktioniert, ist die eine Frage. Dass es funktioniert, wurde von den Erfindern indirekt und persönlich getestet, um die abschließende Aussagekraft erhöhen zu können, die keinesfalls nur auf der Theorie basieren sollte.

In München geht es pünktlich zum Semesterbeginn jedes Jahr für viele Studenten um dieselbe Frage: Wo soll ich unterkommen und wie finanziere ich meinen neuen Wohnraum? Es fehlen jährlich über 2.000 Wohnungen in der Stadt an der Isar und die Wartezeiten sind entsprechend lang. Für gut betuchte Studenten ist die Wohnungsfrage natürlich kein Problem. Für den Rest sieht es düster aus. Um diesem Problem endlich Abhilfe zu verschaffen, sollten die Studenten Entwürfe vorstellen, um endlich Platz für all die Studenten zu schaffen. Als Vorgabe galt es, möglichst platzsparend, ja gar ein Minihaus zu kreieren, in dem man wohnen, schlafen, kochen und duschen kann. Keine leichte Aufgabe für Studenten jeden Semesters. Doch unmöglich war sie auch nicht. Mit Hilfe ihrer Kreativität und der Unterstützung der Professoren entwarfen Studenten den Prototyp des Wohnwürfels. Und das Ergebnis kann sich mehr als sehen lassen. Von außen ein elegant gestalteter Würfel, von innen praktisch veranlagt. Viele Fenster, elegante Außenverkleidung aus Aluminium, flexible Möbel. Diese Schlagworte beschreiben den Kubus perfekt. Als Vorbild habe man sich die japanische Bauweise genommen, erklärten Studenten nach der Präsentation des Würfels. Man sei fasziniert von dem Gefühl für Größenverhältnisse, heißt es. In punkto Größe kann man den Japanern bekannterweise sowieso in nichts nachstehen.

Der Wohnwürfel ist für den täglichen Bedarf bestens ausgestattet und beinhaltet sogar ein bisschen Luxus. Heizung, Stereoanlage, Klimaanlage, eingebauter Flachbildschirm und eine Induktions-Kochstelle gehören dazu. Man kann im Eingang duschen und in der Sitzecke, wo man essen und arbeiten kann, gibt es alternativ zwei ausklappbare Betten, in dem bis zu 4 Menschen Platz finden. Besuch ist also herzlichst willkommen. Für Menschen mit Platzangst in der Kubus allerdings ungeeignet. Auch wenn durch die ebenen Flächen ein harmonisches Flair im gesamten Würfel herrscht, ist alles doch ziemlich eng aneinander und wirklich nur als Notlösung gedacht. Immerhin findet man hier einen Schlafplatz und eine Dusche. Ein weiterer Vorteil des Würfels ist, dass man bequem mit ihm umziehen kann, denn seine Maße sind straßentauglich. Ein Modell kostet in der Umsetzung rund 25.000 Euro und kann von jedermann, der das nötige Kleingeld aufbringen kann, erworben werden. Es handelt sich demnach um eine Investition mit überschaubarem Ausmaß, deren Nutzwert jedoch von vielen als sehr hoch eingestuft wird. Mit Sicherheit ist dieser Würfel eines: Eine praktische Lösung. Wie und ob sich dieser in Zukunft jedoch etabliert, wird sich zeigen.